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NodalPunktAdapter für Panoramaaufnahmen Drucken E-Mail

Selbstbau eines NodalPunktAdapters Nodal Point Adapter (im Folgenden als NPA bezeichnet).

Ja wie nennt man das Teil eigentlich korrekt? Rohschellenadapter, Ringadapter oder wie? Im Folgenden möchte ich den Bau eines Adapters beschreiben der es ermöglicht Panoramaaufnahmen in 360° zu realisieren. Dazu ist es erforderlich die Kamera samt Objektiv im Nodalpunkt auszurichten,

Der Begriff wird aus dem Englischen abgeleitet und bedeutet sinngemäß Nodal (abgeleitetet von Node - Knoten) auf englisch nodal point.

Als Nodalpunkte eines abbildenden optischen Systems bezeichnet man die Punkte auf der optischen Achse, auf die die Lichtstrahlen, die im selben Winkel zur optischen Achse in das System eintreten wie sie es auch wieder verlassen, scheinbar zulaufen (vorderer Nodalpunkt) bzw. von dem sie scheinbar ausgehen (hinterer Nodalpunkt).

 

Der für die Panoramafotografie erforderliche Drehpunkt fällt meistens nicht mit einem Nodalpunkt zusammen, sondern mit der Position der Eintrittspupille eines Objektivs.

Ausgangslage ist eine Kamera, deren Stativgewinde mittig zum Objektiv liegt, es ist auch bei Kameras möglich, wo dieses Gewinde seitlich versetzt ist, bedarf aber dann einer anderen Konstruktion um den seitliche Versatz zu eliminieren.

Es gibt auch schon fertige Lösungen auf dem Markt, welche vom Prinzip her genau das Gleiche machen, allerdings sind die wesentlich professioneller und natürlich auch preislich ein anderes Niveau. Die hier vorgestellte Selbstbauanleitung war darauf ausgerichtet mit möglichst wenig Aufwand eine kostengünstige Lösung zum Experimentieren zu bauen. Ich habe mich diesbezüglich viel belesen und im Internet recherchiert, war das doch auch komplettes Neuland für mich. Da der Wunsch bestand zu Anfang 180° abzulichten begann ich eben einfach mit einem Stativ und einer Kamera Bilder zu machen und diese Einzelbilder später am Rechner zusammen zu fügen. Das klappte im Allgemeinen sehr gut. Später wollte ich dann auch mal ein 360° Panorama machen und merkte das es wesentlich schwieriger ist die Einzelaufnahmen zusammenzufügen, es gab Versätze und die Panoramen passten meist am Anfangs- und Endpunkt nicht zusammen. Nun begann ich nach den Ursachen zu forschen und merkte sehr schnell, das das Ganze eigentlich eine Frage der Justierung ist.

 

Nun wusste ich wo das Problem ist und beschaffte mir einen NPA, mit dem gelang es mir dann nach erfolgter Justierung sofort passende Panoramen zusammen zustellen. Bald merkte ich aber, das für meine Zwecke das Ganze ein wenig zu sperrig, groß und schwer ist Da ich oft Wandere oder Fahrradfahrend unterwegs bin stieß ich schnell an die Grenze mit meiner Ausrüstung es musste doch auch kompakter zu realisieren gehen. Das habe ich dann auch entsprechend umgesetzt, was ich im Folgenden versucht habe zu beschreiben. Mir schwebte ein Ringadabter vor, welcher auf einem Einbeinstativ oder Dreibeinstativ verwendet werden kann.

 

Zum Objektiv nur soviel, um so kleiner die Brennweite um so weniger Aufnahmen sind erforderlich, grundsätzlich ist jedes Objektiv geeignet, nur die Anzahl der benötigten Aufnahmen ist dann anders. Jedes Bild sollte mit dem vorangegangenen und nachfolgendem Bild eine Überlappung oder Überdeckung von ca. 30% aufweisen.

 

 

 

(3 Einzelaufnahmen mit Überlappungsbereich)

 

(Zusammengesetzte Panoramaaufnahme)

 

Ein Blick in die Bastelkiste und der obligatorische Besuch im Baumarkt beschafften mir dann auch die nötigen Materialien, spezielle Dinge, wie ein Mini-Stativ, Aufsteckwasserwaage und eine Gewindehülse musste ich im Internet bestellen, obwohl man die Gewindehülse auch selber herstellen könnte, wenn man entsprechende Möglichkeiten hat (1/4" Gewindeschneider).

 

Ausgangsmaterialien waren:

- 1 x Rohrschelle für Wasserleitungen mit Gewindehülse ca. 3 - 5,- Euro der Durchmesser ist abhängig vom verwendeten Objektivdurchmesser,

- 1 x Ministativ (aus dem Internet, weiß aber nicht mehr wo her?) ca. 10,- Euro

- 1 x Aluminiumschiene 5,- Euro

- 1 x Schraube M10 mit U-Scheibe 1,- Euro

- 1 x M10 Mutter 1,- Euro

- 1 x Gewindhülse 1/4" 10,- Euro

- 1 x Wasserwaage zum Aufstecken für die Kamera 10,- Euro

 

(Wasserwaage zum Aufstecken)

 

(Alle benötigten mechanischen Teile des Adapters)

 

 

 


 

Zusammenbau des Adapters

 

Nachdem alle Materialien zusammengetragen waren ging es an die Montage des Adapters. Ich gebe hier bewußt keine Maße an, da es zu viele verschieden Kamera - Objektiv Kombinationen gibt.

 

Zuerst wird die Rohrschelle am zu verwendeten Objektiv verwendet, hiebei sollte man darauf achten, das die Einstellringe des Objetivs nicht unter der Rohrschelle liegen, da man sonst keine Einstellungen mehr machen kann. Auch sollte die Schelle möglichst genau und gerade ausgerichtet werden.

Ich habe das wie folgt gemacht.

Kamera mit dem Objektiv zusammengebaut und diese Kombination auf ein stabilen Stativ ausgerichtet, bis alles in Waage und Lot war. Die Kamera muss jetzt natürlich hochkant ausgerichtet werden, entweder nutzt man ein entsprechendes Stativ, wo der Kopf 90° zur Zeite geschwenkt werden kann, oder man richtet die Kamera hochkant mit Hilfe der Wassewaage auf einem horizontalen Untergrund aus. Es gibt hier wieder mehrere Möglichkeiten der Ausrichtung.

 

(Ausrichtung der Kamera mit Rohrschelle, hier schon mit montierter Schiene und Kugelkopf)

 

Wenn die Ausrichtung der Kamera erfolgt ist kann die Rohrschelle montiert werden und die Gewindehülse der Rohrschelle lotrecht im Winkel von 90°  nach unten ausgerichtet werden. Rohrschelle festziehen und eventuell kleine Markierungen auf dem Objektiv und Rohrschelle machen, da die Rohrschelle ja auch wieder demontiert werden muss.

 

Für die Ausrichtung der Kamera wollte ich eine möglichst schnelle Methode haben und entschied mich daher für einen Kugelkopf. Diesen "gewann" ich aus einem Ministativ. Das Ministativ war aus Aluminums gefertigt und musste erst einmal demontiert werden um nicht benötigte und nutzlos gewordene Teile zu entfernen, wie z.B. die Beine Grundplatte etc.. Übrig geblieben ist der Kopf.

(Ministativ gekauft im Internet)

 

(Verwendete Teile vom Stativ)

(Fertig montierte Kugelkopf)

 

 

Nun wird die Schiene vorbereitet für die Montage. Dazu erhält diese eine Bohrung die Schraube, welche die Gewindehülse mit der Rohrschelle verbindet und Bohrungen zur Befestigung des Kugelkopfes vom Ministativ.

Die Bohrung (hier M10) zur Verbindung mit der Gewindehülse der Rohrschelle habe ich als Langloch ausgelegt um noch Korrekturen vornnehmen zu können. Zur Aufnahme des Kugelkopfes habe ich weitere 3 Bohrungen gesetzt um flexibel mit verschiedenen Objektiven zu sein.

 

Um eine Bohrung ziemlich genau über dem Mittelbunkt des Stativgewindes zu bekommen habe ich vor dem Bohren und Einkürzen der Schiene mit einem Lot den Mittelpunkt bestimmt. Dazu habe ich das Objektiv von der Kamara getrennt und dieses auf einer ebenen Fläche horizontal ausgerichtet. Nun habe ich die Schiene an der Rohrschelle befestigt und sie nach unten im Lot mit der Wasserwage ausgerichtet.

 

 

(Waagerechter Untergrund)

(Senkrechtes Ausrichten mit der Wasserwaage, hier schon mit montierten Kugelkopf und gekürzter Schiene)

(Ausgerichtete Schiene, hier schon mit montierten Kugelkopf und gekürzter Schiene)

 

 

 

Dazu habe ich an die hochkant ausgerichtete Kamera die Rohrschelle am Objektiv mit der Schiene befestigt und von dort das Lot auf den Mittelpunkt des Statives gefällt.

 

 

(Verschiebbares Lot über dem Stativmittelpunkt, der Stativschraube)

(Senkrechtes Ausrichten des Lotes über dem Stativmittelpunkt, der Stativschraube)

(Ausgerichtetes Lot über dem Stativmittelpunkt, der Stativschraube, übertragender Punkt für die Bohrung zur Aufnahme des Kugelkopfes )

 

 

Nach der Ausrichtung der Schiene am Objektiv habe ich zur Aufnahme des Kugelkopfes jeweil 3 Bohrungen gesetzt um flexibel mit verschiedenen Objektiven zu sein. Eine Bohrung habe ich genau bei der Markierung gesetzt um dort den Kugelkopf zu befestigen.

 

(Schelle mit Schiene)

(Gebohrte Schiene)

(Montierte Schelle auf der Schiene)

 

Im Anschluß wird der Kugelkopf mit der Schiene verbunden.

(Montierte Schelle mit Schiene und Kugelkopf)

(Montierte Schelle am Objektiv mit Schiene und Kugelkopf)

(Montierte Schelle am Objektiv mit Schiene und Kugelkopf)

(Montierte Schelle am Objektiv mit Schiene und Kugelkopf)

(Montierte Schelle am Objektiv mit Schiene und Kugelkopf)

 

(Montierte Schelle am Objektiv mit Schiene Kugelkopf und Gewindehülse)

(Gewindehülse in 1/4 Zoll)

 

(Komplett montiertes System)

 

(Komplett montiertes System)

 

 

 

Der Adapter wird nun mit der 1/4" Gewindehülse und der Stativschraube verbunden. Ein großer Vorteil ist, das der Rohrschellenadapter am Stativ verbleiben kann und "normale Aufnahmen" mit der Kamera gemacht werden können.


 

Ausrichtung des Systems

 

Die Ausrichtung des "Systems" für die Panoramaaufnahmen erfolgt über die Aufsteckwasserwaage, angebracht für verwacklungsfreie Aufnahmen ist hierbei ein Fernauslöser für die Kamera.

 

 

 

 
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